Wenn in deinem Leben etwas schiefläuft, ist die erste Reaktion oft, nach außen zu zeigen: auf andere Menschen, auf die Umstände, auf das Schicksal. Ich habe für mich einen anderen Weg gefunden, mit genau solchen Situationen umzugehen – und der fühlt sich am Anfang unbequem an, wirkt aber auf Dauer befreiend. In einem aktuellen Video erkläre ich, warum ich mir selbst bewusst die Schuld an allem gebe, was in meinem Leben passiert. Nicht, um mich schlecht zu fühlen, sondern um mir die Kontrolle zurückzuholen.
Alles, was ich in meinen Videos teile, habe ich zuerst selbst angewendet – vor allem in meiner eigenen, oft alles andere als leichten Lebenssituation. Ich musste mir früh die Frage stellen, was ich eigentlich vom Leben will, welche Ziele ich habe und wie ich mir das Leben aufbaue, das ich mir wirklich wünsche. Diese Fragen ganz ehrlich zu beantworten, war für mich der erste Schritt zu der Denkweise, um die es in diesem Artikel geht.
Der zentrale Gedanke: Ich übe mich bewusst darin, Schuld anzuerkennen – und zwar unabhängig davon, was gerade passiert. Egal ob mir jemand unfair begegnet, ob es Probleme in der Familie gibt oder sonst etwas Unangenehmes eintritt, gehe ich grundsätzlich davon aus, dass ich die Verantwortung dafür trage. Das klingt zunächst hart, aber es geht mir dabei nicht um Selbstvorwürfe oder ein schlechtes Gewissen.
Der Grund, warum mir das hilft: Wer die Schuld übernimmt, übernimmt auch die Verantwortung. Und wer die Verantwortung trägt, hat die Kontrolle. Wenn ich mir also sage, ich bin schuld an allem Guten, aber genauso an allem Schlechten in meinem Leben, gebe ich die Macht über meine Situation nicht an äußere Umstände ab. Das Wort Schuld klingt negativ, gemeint ist damit aber eigentlich Verantwortung – ein bewusstes Ja dazu, mein Leben aktiv zu gestalten, statt nur zu reagieren.
In der Praxis bedeutet das für mich: Bevor ich in die Opferrolle rutsche und die Ursache woanders suche, frage ich mich zuerst, welchen Anteil ich selbst an der Situation habe – und was ich als Nächstes verändern kann. Diese Haltung nehme ich mir immer wieder bewusst vor, weil sie mir echte Handlungsfähigkeit zurückgibt, gerade in Momenten, in denen ich mich eigentlich hilflos fühlen könnte.