Ich erwische mich selbst immer wieder dabei, wie ernst ich Dinge nehme, die im Rückblick eigentlich klein sind. Deshalb spreche ich in einem aktuellen Video über einen Gedanken, der mein Leben komplett verändert hat: Nimm dein Leben nicht so ernst. Nicht, weil nichts wichtig wäre – sondern weil du dir damit erlaubst, schon heute glücklich zu sein, statt erst dann, wenn ein Ziel erreicht ist.
Viele von uns überbewerten ihre Ziele, ohne es zu merken. Wir sagen uns unbewusst: "Erst wenn ich das erreicht habe, darf ich wirklich glücklich sein." Genau das ist die Falle. Natürlich dürfen dir deine Ziele wichtig sein, aber sobald dein Glück komplett davon abhängt, ob etwas klappt, machst du dich von etwas abhängig, das du nicht immer kontrollieren kannst. Ich wünsche mir für dich, dass du schon auf dem Weg dorthin glücklich sein darfst – nicht erst am Ziel.
Ein Gedanke, der mir persönlich sehr geholfen hat, klingt im ersten Moment hart: Im Endeffekt ist vieles von dem, worüber wir uns aufregen, gar nicht so wild, wie es sich anfühlt. Menschen, die eine schwere Krankheit überstanden haben, erzählen oft, dass sie sich danach an den kleinsten Dingen freuen können, weil sie wissen, worauf es wirklich ankommt. Das kenne ich selbst gut aus meiner eigenen Zeit im Krankenhaus, als ich operiert werden musste: Danach relativieren sich viele Dinge, die vorher riesig erschienen. Eine Deadline oder ein Rückschlag fühlt sich zwar real an, ist aber oft ein Problem, das wir uns selbst so groß gemacht haben.
Für mich hängt das eng mit Selbstliebe zusammen. Selbstliebe bedeutet für mich nicht, perfekt zu sein, sondern die eigenen Ecken und Kanten anzuerkennen, statt sich dafür fertigzumachen. Ich hatte selbst lange ein Thema damit, meine Behinderung zu akzeptieren, bis ich gemerkt habe: Wenn ich mich dafür verurteile, ist das nicht Selbstliebe, sondern das genaue Gegenteil. Sich selbst zu vergeben, wenn etwas nicht klappt, ist kein Freifahrtschein für Beliebigkeit, sondern die Grundlage dafür, überhaupt wieder handlungsfähig zu werden.
Deshalb sage ich in dem Video auch ganz bewusst: Du hast nicht nur Verantwortung für deine Familie, deinen Job oder andere Menschen – du hast genauso eine Verantwortung dir selbst gegenüber. Gönn dir eine Pause, wenn du eine brauchst, und vergib dir dafür, dass du sie brauchst. Wenn du liebevoller mit dir selbst umgehst und deine Ziele etwas leichter nimmst, wirst du nach meiner Erfahrung nicht automatisch weniger erreichen – im Gegenteil, du gehst gelassener und ausdauernder deinen Weg.