Erfolgreich oder Loser, sportlich oder unsportlich, reich oder arm, cool oder cringe: Wir alle tragen Etiketten mit uns herum, die wir uns irgendwann selbst aufgeklebt haben. In meinem aktuellen Video zeige ich dir, wie diese Stempel entstehen und warum du sie jederzeit neu interpretieren kannst.
Ich habe selbst lange geglaubt, ich sei dumm, weil meine Noten in der Schule schlecht waren. Und ich hielt mich für cringe, weil ich in der Schule keinen Anschluss gefunden und keine Freundin hatte. Diese Etiketten habe ich mir selbst gegeben, und je mehr ich sie geglaubt habe, desto mehr habe ich die Ergebnisse von jemandem bekommen, der genau so ist.
Der Mechanismus dahinter ist simpel: Es gibt die Situation, und es gibt deine Interpretation. Die Situation ist zunächst völlig neutral. Ein Gewitter ist für mich zu Hause entspannend, für die Braut, die im Freien heiraten will und viel Geld in die Feier gesteckt hat, ist es eine Katastrophe. Die Bedeutung gibt immer der, der die Situation erlebt.
Als Kinder haben wir die Angewohnheit, Dinge negativ und auf uns selbst bezogen zu deuten. Jemand macht einen blöden Spruch über dein Lieblings-T-Shirt, und im Kopf entsteht daraus: Ich bin hässlich, ich gehöre nicht dazu, ich bin unbeliebt. Das Schlimmste daran ist nicht das T-Shirt, sondern die Geschichte, die du dir danach über dich selbst erzählst.
Die gute Nachricht: Weil Interpretationen gewählt sind, kannst du sie auch neu wählen. Geh in Gedanken zu der Situation zurück, in der ein Stempel entstanden ist, und frag dich, welche andere, hilfreichere Bedeutung sie auch haben könnte. Wenn du verstehst, dass du den Stempel nicht bist, sondern nur eine alte Deutung trägst, kannst du ihn Schritt für Schritt loslassen.