Viele von euch kennen mich nur von Videos oder aus der Werbung – und sehen dabei immer nur meinen Oberkörper. Deshalb erzähle ich dir in diesem Video zum ersten Mal ausführlich, warum ich nicht ganz gerade laufen kann, was ich als Kind und Jugendlicher erlebt habe und warum ich einige dieser Operationen beinahe nicht überlebt hätte.
Ich wurde mit einer Schwerbehinderung geboren und hatte eine extreme Verkrümmung der Wirbelsäule. Sie drehte sich im Brustbereich einmal um sich selbst. Wäre sie weitergewachsen, hätte sie irgendwann Herz und Lunge zerdrückt. Das Verrückte: Für mich fühlte sich das alles normal an, weil ich es nicht anders kannte. Tief durchatmen konnte ich damals nur ein Mal pro Woche – heute kann ich es, wann immer ich will.
Mit etwa elf Jahren kam die erste große Operation, sie dauerte rund acht Stunden. Danach folgten weitere Eingriffe, insgesamt waren es vier Notoperationen. Dazu kamen ein künstliches Koma, lange Zeit auf der Intensivstation und fünf Jahre, in denen der Rollstuhl zu meinem Leben gehörte. Ein Jahr davon habe ich aktiv darin gesessen, den Rest der Zeit habe ich mich geweigert.
Die Versteifung der Wirbelsäule war der dramatischste Moment. Geplant waren 21 Stunden, doch der erste Versuch musste abgebrochen werden, weil ich zu viel Blut verloren hatte. Am Ende wurde der Eingriff auf zwei Operationen aufgeteilt. Mitten drin fiel auch noch eine Überwachungsmaschine aus, sodass die Ärzte nicht wussten, ob sie Nerven verletzt hatten. Sie holten mich kurz aus der Narkose, und ich habe laut ihrer Erzählung einen Daumen hoch gezeigt. Erinnern kann ich mich daran nicht.
Was nehme ich daraus mit? Ich habe früh gelernt, dass ich Situationen oft nicht ändern kann, aber sehr wohl, wie ich mit ihnen umgehe. Genau deshalb sage ich gern: It is what it is. Das heißt nicht, dass ich aufgebe, sondern dass ich annehme, was ist, und von dort aus den nächsten Schritt gehe. Diese Haltung begleitet mich bis heute und ist ein wichtiger Teil meiner Arbeit als Life Coach.